Sehr schöner Bericht, danke und bei dem Luca bin ich mir nicht so sicher, ob ich den nicht auch schon, z.B.vom Retoh kenne.
Das du dich am letzten Fahr Tag auf Island geärgert hast, kann ich gut nachvollziehen.
Ähnliches habe ich auch erst erlebt.
Ich finde, im schweren Gelände fahren ist, wie tauchen.
Das würden auch nur Spinner alleine machen.
Ich steckte als letzter der Dreier Gruppe im Schlamm fest.
Als ich meine Mitfahrer anrief, kam nur die Info...
"Da kommen gleich eine Gruppe Niederländer, die können Dir bestimmt helfen. Mann bitte mal Bilder! "
Die halfen mir dann auch aus der hilflosen Lage, die Bilder behielt ich für mich.
In diesem Moment habe ich mich darüber geärgert, dass ich kein Camping Equipment dabei hatte, dann wäre ich stattdessen mit diesen hilfreichen, freundlichen Enduristen weiter gefahren, statt jeden Abend in irgendwelchen polnischen Hotels zu übernachten.
Gruß Mago
Pässe knacken in Island und Färöer 2025
-
Mago
- Beiträge: 1013
- Registriert: 22. Sep 2015 21:39
- Geschlecht: männlich
- Land: Deutschland
- Motorrad: XL750, Speedy mit dem roten 👂
- Baujahr: 2023
- Farbe des Motorrads: Schwarz und rot
- zurückgelegte Kilometer: 16600
Re: Pässe knacken in Island und Färöer 2025
Gruß aus sehn.de
Um die fünfzig, verrückt wie dreissig, KLE 650 A BJ 2008 Friendly blue und XL750 Speedy
Um die fünfzig, verrückt wie dreissig, KLE 650 A BJ 2008 Friendly blue und XL750 Speedy
- blahwas
- Der schräge Admin
- Beiträge: 15487
- Registriert: 21. Feb 2011 22:03
- Geschlecht: männlich
- Land: Deutschland
- Motorrad: Versys 650 Nr. 6
- Baujahr: 2006
- Farbe des Motorrads: blau
- zurückgelegte Kilometer: 10000
- Wohnort: Nürnberg
- Kontaktdaten:
Re: Pässe knacken in Island und Färöer 2025
@Mago
Das ist ja noch eine ganz andere Hausnummer, wenn nach Kontaktaufnahme keine Hilfeleistung erfolgt! Bei mir war ja nur der Kontakt abgebrochen.
Das ist ja noch eine ganz andere Hausnummer, wenn nach Kontaktaufnahme keine Hilfeleistung erfolgt! Bei mir war ja nur der Kontakt abgebrochen.
-
swebbo
- Beiträge: 560
- Registriert: 13. Feb 2021 07:08
- Geschlecht: männlich
- Land: Oesterreich
- Motorrad: Transalp 750
- Baujahr: 2023
- Farbe des Motorrads: Ross White
Re: Pässe knacken in Island und Färöer 2025
Toller Bericht! Vielen Dank für die hervorragende Abendunterhaltung! Sicher tough mit dem Bike..aber auch geil. Ich war vor 2 Jahren dort und hatte von 10 Tagen nur 1.5 Tage Sonnenschein...sonst hat es nur geregnet und war windig..hatte nicht 1x ne schöne Aussicht und es war dann halt in Summe etwas solala..aber vl komm ich wieder. Gusto hab ich jetzt - vor allem beim nächsten mal mit Bike und nicht mehr mit Mietwagen^^
- Skalar-Fan
- Beiträge: 1504
- Registriert: 10. Mär 2017 19:18
- Geschlecht: männlich
- Land: Deutschland
- Motorrad: V Strom 650
- Baujahr: 2020
- Farbe des Motorrads: Schwarz
- Wohnort: Filderstadt
Re: Pässe knacken in Island und Färöer 2025
Vielen Dank fürs mitnehmen auf diese doch ausgefallene Reise.
Wichtigster Punkt: gesund zu Hause wieder angekommen
Wichtigster Punkt: gesund zu Hause wieder angekommen
- karklausi

- Beiträge: 5710
- Registriert: 14. Nov 2010 22:46
- Geschlecht: weiblich
- Land: Deutschland
- Motorrad: Yamaha Tracer 700 HondaCRF300
- Baujahr: 2016
- Farbe des Motorrads: Matt schwarz
- zurückgelegte Kilometer: 36000
- Wohnort: Essen
Re: Pässe knacken in Island und Färöer 2025
Vielen Dank für den tollen Reisebericht. Wenn ich euer Wetter so betrachte, hatte ich im Mai super Glück mit dem Frühling des Jahrhunderts mit jd Tag über 20 Grad und Sonnenschein. Etwas neidisch war ich aber schon, weil ich ursprünglich auch mit dem Motorrad dorthin wollte, es aber aufgrund schlechter Erfahrungen im Gelände und angeschlagener Gesundheit mit fast 60 Jahren nicht getraut habe. Ausserdem bevorzuge ich tatsächlich das Alleine Reisen und bei ner Panne ist es schon schwierig, sich alleine zu helfen.
Freu mich dass aber alles ohne grosse Pannen oder Unfälle auf eurer Seite geklappt hat, der Landespreis eingetütet wurde und ihr so hoffe ich Genuss am Betrachten der Landschaft auf Island hattet.
Danke für das Mitnehmen in Textform und auch Danke der schönen Fotos.
Super Bericht.
Freu mich dass aber alles ohne grosse Pannen oder Unfälle auf eurer Seite geklappt hat, der Landespreis eingetütet wurde und ihr so hoffe ich Genuss am Betrachten der Landschaft auf Island hattet.
Danke für das Mitnehmen in Textform und auch Danke der schönen Fotos.
Super Bericht.
- blahwas
- Der schräge Admin
- Beiträge: 15487
- Registriert: 21. Feb 2011 22:03
- Geschlecht: männlich
- Land: Deutschland
- Motorrad: Versys 650 Nr. 6
- Baujahr: 2006
- Farbe des Motorrads: blau
- zurückgelegte Kilometer: 10000
- Wohnort: Nürnberg
- Kontaktdaten:
Re: Pässe knacken in Island und Färöer 2025
Fazit
Das hat jetzt ganz schön lange gedauert. Ich bin jetzt zwei Wochen wieder daheim. Ich habe noch nie so lange eine Reise vorbereitet, und noch nie so lange danach noch dran gedacht. Ich tue mich auf mit dem Fazit schwer. Dann fangen wir mal an, auch wenn ich keinen richtigen roten Faden hinbekomme...
Details Färöer
Die Färöer haben wir eher zufällig mitgenommen, weil es Rabatt auf die Fähre gibt und weil man alles mit einer Unterkunft in 3 Tagen abdecken kann. Wer in Färöer mit der Fähre nach Suduroy will, muss das am ersten Tag des Aufenthalts machen, sonst haut das zeitlich nicht hin mit der Fähre nach Island. Die Färöer sind ein nettes und interessantes Reiseziel mit vielen steilen Wiesen und Felsen, und fast keinen Bäumen, die die Aussicht stören würden. Vielleicht etwas klein, aber durchaus reizvoll. Der Vergleich mit Norwegen drängt sich auf: Die Färöer sind quasi Norwegen im Anfänger-Modus. Man deckt 50% der möglichen Motorrad-Erlebnisse in Norwegen hier ab, plus zusätzlich Steilküsten überall. Aber alles ist dicht zusammen, man ist nie weit weg vom Hafen, und man muss nicht dauernd einpacken und auspacken. Wenn’s im Sommer daheim zu heiß ist, ist das durchaus auch ein dankbares Reiseziel mit Flugzeug und Mietwagen. Eine Motorradvermietung scheint es nicht zu geben. Die Passknackerpunkte führen einen an ausgezeichnet exotische Orte mit Hammer-Aussichten! Es gibt zusätzlich noch touristische Hotspots zu entdecken, zB den Puffin-Felsen auf Suduroy. Es lässt sich alles mit einem Straßenmotorrad befahren. Ganz oben in den Bergen gibt’s enge Kehren und starke Winde, da sollte man schon routinierter Motorradfahrer sein.
Achtung, Färöer ist nicht Dänemark, und weder in der EU noch im EWR – eure Handyanbieter werden im Land entweder keinen Service haben oder euch richtig gnadenlos über den Tisch ziehen! Vodafone nimmt z.B. 10,06 Euro pro Megabyte, bzw. 10600 Euro pro Gigabyte!
Für Tunnel in Färöer habe ich 53 Euro bezahlt, und die Fähre nach Suduroy kostet ca. 25 Euro hin und zurück. Der Motorradfahrer ist beim Ticket schon dabei, Sozia kostet extra.
Die Färöer haben eigenes Bargeld, obwohl ihre Währung eigentlich identisch zur Dänischen Krone ist. Färöer Kronen kann man nicht in Dänemark nutzen, aber umgekehrt. Wir haben kein Bargeld gebraucht, außer für die Ferienwohnung. Bezahlen mit Handy ist völlig selbstverständlich.
Die Fähre auf die Färöer braucht 21 Stunden ab Hirtshals am nördlichen Zipfel Dänemarks. Sie fährt 2x pro Woche.
Tunnel online buchen bzw. Kennzeichen registrieren: https://www.tunnil.fo/
Fähre Suduroy: https://www.ssl.fo/en/timetable/ferry/7 ... y-torshavn
Details Island (Straße)
Island ist ein Traum-Reiseziel. Das ganze Land ist enorm exotisch und sehr dünn besiedelt. Es stehen quasi Null Bäume außerhalb von Parks, man sieht den ganzen Tag nur Berge und karge Natur mit Moos, Flechten und vielleicht mal Gras. Das ist alles überraschend farbig und ganz anders als die aus Festland-Europa gewohnten Landschaften. Das alleine ist eine Reise wert. Es lässt sich alles mit einem Straßenmotorrad befahren. Es gibt praktisch keine Kehren. Der Hinterreifen wird eckig und sollte daher genug Profil haben. Für die unbefestigten Abschnitte der Hauptstraßen empfiehlt sich aber ein Vorderreifen mit nennenswert Profil (ab TKC 70 aufwärts, nicht nur Dunlop Mutant), und ein großer Raddurchmesser helfen da auch extrem. Man wird da ganz schön dreckig. Wer eine Regenhose überzieht schont seine Motorradhose. Die Reißverschlüsse meiner nagelneuen Daytona-Stiefel wollten schon nach drei Tagen nicht mehr öffnen und brauchten frisches Öl. Vielleicht da besser Stiefel ohne Reißverschlüsse nutzen.
Island ist ebenfalls nicht Dänemark und nicht EU, aber im EWR und daher im Roaming gleichgestellt mit EU Ländern. Wir haben nie Bargeld gebraucht. Bezahlen mit Handy ist völlig selbstverständlich.
Die Fähre nach Island braucht 17 Stunden ab Färöer, bzw. 47 Stunden ab Hirtshals. Sie fährt 1x pro Woche. Wer mag, kann auch fliegen und sich einen Mietwagen nehmen. Eine Motorradvermietung gab es letztes Jahr, aber dieses Jahr nicht mehr.
Baustellen und andere Sperrungen, aber keine Infos über Furten: https://umferdin.is/en
Details Island (Grobschotter)
Wie kann man sich darauf vorbereiten? Man sollte auf Kies, Schotter, Erde, und stellenweise Sand sicher fahren können. Man braucht je nach Strecke Ausdauer und auch Reichweite. Im schlimmsten Fall (für die Reichweite) überquert man 3/4 der Insel, hat dann ein Hindernis, und muss den ganzen Weg wieder zurück. Wer da nicht gerade eine Rieju Aventura 500 fährt, das ist eine Reiseenduro mit 40 Liter Tankvolumen, der kommt schnell ins Schwitzen, oder hat genug Kanister dabei. Kanister sind also sehr beliebt bei Motorradfahrern in Island. Wir hatten alle 1-2 Liter dabei, Luca hat einen Acerbis-Großtank auf seiner Tenere, und Sebastian hatte 3,8 Liter Benzin dabei und 1,5 Liter Öl. Den Ölkanister wollte er auch für Benzin nutzen, nachdem er das Öl verbraucht hat, aber seine KTM war nicht so öldurstig wie gewohnt.
Die Straße 35 ist die einfachere Hochlandüberquerung, die F26 die schwerere. Die F26 hat eine große Furt ziemlich in der Mitte der Insel, und die Verkehrs-Webseiten haben nicht vorab gemeldet, dass da viel Wasser drin ist.
Lesestoff über jede einzelne F-Road: https://epiciceland.net/list-f-roads-iceland/
Passknacker XXX
Wie lief’s mit meinen optionalen Passknacker-Punkten? Das sind die X hier im Bild, wobei grün gefahren bedeutet, und rot nicht gefahren:

Die sieben roten Punkte im Osten und Südosten fielen der verspäteten Fähre zum Opfer. Den Punkt Eyrarfjall im Nordwesten habe ich nicht versucht, weil es eine alte aufgegebene Straße ist und ich alleine unterwegs war. Den Punkt Middalsfjall im Südwesten habe ich versucht, der war mir zu anspruchsvoll wegen großer Steine auf losem Grund plus starker Steigung. Die beiden Punkte im Südwesten fielen zeitlich dem Gruppen-Sightseeing an Geysir und Wasserfall zum Opfer. Der Réttarhnúkur wäre einfach gewesen, der Pokáhryggur wahrscheinlich schwerer. Die mittleren beiden Punkte gingen von Norden an diesem Tag nicht wegen zuviel Wasser in der Furt. Für den Punkt Askja östlich davon hätte ich an diesem Tag nicht genug Sprit gehabt nach dem Abstecher zum vorherigen Punkt Vördurhryggur, und die Direktverbindung über eine ehemalige Straße Gæsavatnaleið syðri, die kilometerweit durch Schwemmland führt, die wollte ich nicht fahren – wenn es an diesem Tag überhaupt möglich gewesen wäre. Das geht eigentlich nur vormittags. Dafür muss man auf der Hütte Nyidalur übernachten oder mitten in der Nacht starten. Und danach wäre reichlich Sand gekommen, darauf hatte ich auch keine Lust.
Die Küsten- und Strandstraße 622 hat keinen Passknackerpunkt, war aber eines der Highlights der Reise. Da fährt man 500 Meter auf einem vom Meer glatt gelutschten Geröllfeld, bzw. gräbt man sich durch die glatten, losen Steine, in der Hoffnung, dabei mehr vorwärts als seitwärts zu kommen. Ballonreifen würden vermutlich helfen
Es gibt zwar keinen Landespreis für XXX-Punkte, aber ein Ranking: Ich habe dieses Jahr 12,7% von allen geschafft (in allen Ländern), und liege damit dieses Jahr vorne. Es gibt sicherlich einfachere Wege, das zu erreichen, als ausgerechnet in Island
Wichtiger war mir: 100% Island, 100% Färöer. Ziel erreicht!
Kosten/Unterkunft:
Wir waren 24 Tage unterwegs, davon 14 Nächte auf Island, 3 in Färöer, 2 in Norddeutschland und drei auf der Fähre. Wir hatten 14 bezahlte Unterkünfte und 2 kostenlose (Mirkos Familie). Die bezahlten Unterkünfte habe ich alle mindestens 8 Monate vorher bei booking.com gebucht. Ich habe in diesem Zusammenhang nachgezählte 151 Mails von Booking bekommen und wahrscheinlich genauso viele Push-Nachrichten und In-App-Textnachrichten. Die Übernachtung kostet zwischen 50 und 100 Euro pro Person im 2- bzw. 4-Bett-Zimmer, insgesamt ca. 1200 Euro pro Person für den ganzen Urlaub. Eine Unterkunft hat uns drei Wochen vor Anreise storniert, aber wir konnten mit Glück eine nahegelegene Unterkunft zu einem ähnlichen Preis finden. Die nächste hätte deutlich Euro-vierstellig je Nacht gekostet.
Kosten/Fähre:
Die Fähren kosteten 2100-2200 Euro für zwei Personen in der Doppelkabine inkl. 2 Motorrädern mit/ohne Außenfenster. Wichtig: Einer bucht die Fähre für den anderen mit inkl. Kabine und Fahrzeug, und der braucht dazu alle Daten. Der andere kriegt keinerlei Infos von der Fährgesellschaft, weder zur Buchung selbst noch zu kurzfristigen Änderungen. Es empfiehlt sich die erste und letzte Nacht in der Nähe der Fährhafen in Island bzw. Torshavn zu verbringen, da sich die Fahrzeiten wegen Wetter drastisch verändern können, und zwar in beide Richtungen! Das WLAN auf der Fähre ist kostenpflichtig und volumenbegrenzt für 3-6 Euro je GB, mit Zeitlimit. Vielleicht hätte man die 67 Euro für 7 Tage und 21 GB investieren können. Die Fähre hat zum Glück kein eigenes Roaming-Handynetz. Man hat ganz oben auf der Fähre oder am Fenster auf der richtigen Seite zwischendurch Handynetz aus Norwegen, Schottland und natürlich Färöer. Bitte auch hier Roaming-Regelungen beachten. Man läuft sich über den Weg, wenn man 2, 3 Lieblingsorte festlegt, z.B. die edle Laterna Magica auf Deck 10 und die Kantine.
Kosten/Sonstige:
Benzin kostet umgerechnet 2,12 Euro, Übernachtungen 50-100 Euro pro Nase im 2- bzw 4-Bett-Zimmer. Hier und da kostet Parken an Sehenswürdigkeiten 3 Euro je Motorrad. Essen ist teuer, Lebensmittel sind teurer, Alkohol ist am teuersten und reguliert. Wer täglich Alkohol braucht, hat ein Problem (mehr). Motorradfahren kostet auch Geld, ich bin insgesamt 6767 km gefahren. Bei 30 Cent je Kilometer also runde 2000 Euro an Benzin, Reifen, Wartung, Wertverlust usw. Da habe ich massiv von Sebastians Anhänger profitiert, sonst wären es 2000 km mehr gewesen.
Ausrüstung
Es wird in Island nicht über 20 Grad warm, dafür kann es ausdauernd regnen, und der Wind ist auch oft sehr stark. Wetterfeste Kleidung und Ausrüstung sind da gefragt. Ich bin Fan von Handyhaltern mit induktivem Laden, denen ist Feuchtigkeit egal. Wasserdichte Klamotten sind klar, man sollte die Regenkombi aber auch rechtzeitig anziehen. Ich hatte ein komplettes Set Heizkleidung dabei und ein hohes Windschild, denn ich mag’s lieber warm als kalt. Das war natürlich auch zusätzliches Gepäck, und beim Schottern stört jedes weitere Kilo. Reifen sollten grobes Profil haben, auch wenn man nicht ins Hochland will. Es gibt immer wieder Nebenstrecken ohne Asphalt. Wichtig ist aber auch Nassgrip und Kaltgrip auf Asphalt, da verbieten sich reine Enduroreifen. Mirko und Luca hatten Dunlop Trailmax Raid montiert, das ist ein 50/50-Grobstoller, Sebastian und ich mit dem 75/25-Continental TKC 70 (bzw ich mit dem ähnlichen Heidenau K60 Scout vorne). Erstaunlicherweise war das Restprofil etwa gleich. Somit war der Dunlop Trailmax Raid klar besser in jedem Kriterium.
In Island und Färöer gibt’s fast überall Handynetz. Im Hochland kann man damit aber nicht rechnen. Notrufe können moderne Handies inzwischen über Satellit absetzen, das ist ein sehr großer Schritt. Zur Kommunikation in der Gruppe braucht es da aber entweder immer in Sichtweite bleiben, oder Helm-Intercom, oder Funkgeräte, oder vielleicht auch Meshtastic-Knoten plus die zugehörige App.
Unsere Gruppe
Sebastian war mit der Supermoto KTM 690 SMC-R am schlechtesten ausgerüstet. Heizgriffe hatte er noch nie, braucht er auch nicht. Kleinstes Vorderrad, geringste Reichweite, dafür aber auch größter Hubraum und deutlich geringstes Gewicht. Sein Motorrad bewirft sich selbst und ihn mit Dreck, dass man fast Mitleid bekommt. Will er mit beiden Füßen auf den Boden kommen, schafft er das nur auf Zehenspitzen. Und doch ist er der einzige, der sein Motorrad auf dieser Reise nicht umfallen lassen hat. Und er ist auch der einzige, der eine Systemkamera dabei hatte. Ich freue mich auf die Foto-Ausbeute.

Luca auf der Tenere 700 mit 23 Liter-Acerbis-Tank war vielleicht am besten ausgerüstet. Er hat einige Erfahrung in Schotter und Sand und kam auf den Strecken recht gut zurecht. Sein Motorrad hat sich einer Verkleidungsschraube entledigt, die Heizgriffe waren im Zufallsmodus und wurden daher deaktiviert, und vor allem gingen drei Tage vor Ende der rechte Simmerring so kaputt, dass rumstochern nicht geholfen hat. Bis zu Hause wurde er also noch einseitig eingeölt. 12V-USB-Stecker betrachtet er als Verschleißteile, kam damit aber zurecht. Ansonsten hat er am sparsamsten Gepäck mitgenommen, war aber gelegentlich Opfer der eigenen Ausrüstung, weil hier und da dies oder das nicht richtig eingezippt oder gekoppelt war.

Mirko auf der Tuareg 660 hat ebenfalls einige Erfahrung in Schotter und Sand, und sein Motorrad nur 1x hingelegt. Neben seiner fahrerischen Ausdauer filmt er während der Fahrt und hat auf dieser Tour am häufigsten den Kochlöffel geschwungen. Er hat die Norddeutschland-Übernachtungen organisiert, und er kam mir zur Hilfe bei meiner Panne kurz vor Reykjavik. Danke, auch dafür!

Ich habe ebenfalls eine Tuareg 660, nachdem Mirko seine Tuareg zwei Jahre lang nicht kaputt bekommen hat, im Gegensatz zur KTM davor. Mein Exemplar ist aber eher auf Komfort umgebaut, und das hat mir auch geholfen. Heizung hier und da und überall, induktives Handyladen, hohes Windschild und zeitweise auch die zusätzlichen Cruiser-Fußrasten, das alles hat mir geholfen. Ich hatte die längsten Tagesetappen und habe am wenigsten Zeit mit Sightseeing verbracht. Ein Wasserfall ist Wasser, das über eine Kante fließt – okay, und jetzt? Topcase war gut, das weitere Motorrad-Zeug in einen Seitenkoffer zu packen war nicht die beste Idee. Beim Watscheln stößt man an, beim Stürzen kann man sich dran verletzen, und bei jedem Einfedern will das Motorrad nach links, was man irgendwie doch den ganzen Tag ausgleichen muss. Trotzdem habe ich keine Schulter- oder Handbeschwerden entwickelt, vermutlich weil der Tempomat das wieder ausgleicht – außer am letzten Hochlandtag.

Danke fürs Mitkommen und Kommentieren. Irgendwann viel später kommt noch ein Foto-Best Of.
Das hat jetzt ganz schön lange gedauert. Ich bin jetzt zwei Wochen wieder daheim. Ich habe noch nie so lange eine Reise vorbereitet, und noch nie so lange danach noch dran gedacht. Ich tue mich auf mit dem Fazit schwer. Dann fangen wir mal an, auch wenn ich keinen richtigen roten Faden hinbekomme...
Details Färöer
Die Färöer haben wir eher zufällig mitgenommen, weil es Rabatt auf die Fähre gibt und weil man alles mit einer Unterkunft in 3 Tagen abdecken kann. Wer in Färöer mit der Fähre nach Suduroy will, muss das am ersten Tag des Aufenthalts machen, sonst haut das zeitlich nicht hin mit der Fähre nach Island. Die Färöer sind ein nettes und interessantes Reiseziel mit vielen steilen Wiesen und Felsen, und fast keinen Bäumen, die die Aussicht stören würden. Vielleicht etwas klein, aber durchaus reizvoll. Der Vergleich mit Norwegen drängt sich auf: Die Färöer sind quasi Norwegen im Anfänger-Modus. Man deckt 50% der möglichen Motorrad-Erlebnisse in Norwegen hier ab, plus zusätzlich Steilküsten überall. Aber alles ist dicht zusammen, man ist nie weit weg vom Hafen, und man muss nicht dauernd einpacken und auspacken. Wenn’s im Sommer daheim zu heiß ist, ist das durchaus auch ein dankbares Reiseziel mit Flugzeug und Mietwagen. Eine Motorradvermietung scheint es nicht zu geben. Die Passknackerpunkte führen einen an ausgezeichnet exotische Orte mit Hammer-Aussichten! Es gibt zusätzlich noch touristische Hotspots zu entdecken, zB den Puffin-Felsen auf Suduroy. Es lässt sich alles mit einem Straßenmotorrad befahren. Ganz oben in den Bergen gibt’s enge Kehren und starke Winde, da sollte man schon routinierter Motorradfahrer sein.
Achtung, Färöer ist nicht Dänemark, und weder in der EU noch im EWR – eure Handyanbieter werden im Land entweder keinen Service haben oder euch richtig gnadenlos über den Tisch ziehen! Vodafone nimmt z.B. 10,06 Euro pro Megabyte, bzw. 10600 Euro pro Gigabyte!
Für Tunnel in Färöer habe ich 53 Euro bezahlt, und die Fähre nach Suduroy kostet ca. 25 Euro hin und zurück. Der Motorradfahrer ist beim Ticket schon dabei, Sozia kostet extra.
Die Färöer haben eigenes Bargeld, obwohl ihre Währung eigentlich identisch zur Dänischen Krone ist. Färöer Kronen kann man nicht in Dänemark nutzen, aber umgekehrt. Wir haben kein Bargeld gebraucht, außer für die Ferienwohnung. Bezahlen mit Handy ist völlig selbstverständlich.
Die Fähre auf die Färöer braucht 21 Stunden ab Hirtshals am nördlichen Zipfel Dänemarks. Sie fährt 2x pro Woche.
Tunnel online buchen bzw. Kennzeichen registrieren: https://www.tunnil.fo/
Fähre Suduroy: https://www.ssl.fo/en/timetable/ferry/7 ... y-torshavn
Details Island (Straße)
Island ist ein Traum-Reiseziel. Das ganze Land ist enorm exotisch und sehr dünn besiedelt. Es stehen quasi Null Bäume außerhalb von Parks, man sieht den ganzen Tag nur Berge und karge Natur mit Moos, Flechten und vielleicht mal Gras. Das ist alles überraschend farbig und ganz anders als die aus Festland-Europa gewohnten Landschaften. Das alleine ist eine Reise wert. Es lässt sich alles mit einem Straßenmotorrad befahren. Es gibt praktisch keine Kehren. Der Hinterreifen wird eckig und sollte daher genug Profil haben. Für die unbefestigten Abschnitte der Hauptstraßen empfiehlt sich aber ein Vorderreifen mit nennenswert Profil (ab TKC 70 aufwärts, nicht nur Dunlop Mutant), und ein großer Raddurchmesser helfen da auch extrem. Man wird da ganz schön dreckig. Wer eine Regenhose überzieht schont seine Motorradhose. Die Reißverschlüsse meiner nagelneuen Daytona-Stiefel wollten schon nach drei Tagen nicht mehr öffnen und brauchten frisches Öl. Vielleicht da besser Stiefel ohne Reißverschlüsse nutzen.
Island ist ebenfalls nicht Dänemark und nicht EU, aber im EWR und daher im Roaming gleichgestellt mit EU Ländern. Wir haben nie Bargeld gebraucht. Bezahlen mit Handy ist völlig selbstverständlich.
Die Fähre nach Island braucht 17 Stunden ab Färöer, bzw. 47 Stunden ab Hirtshals. Sie fährt 1x pro Woche. Wer mag, kann auch fliegen und sich einen Mietwagen nehmen. Eine Motorradvermietung gab es letztes Jahr, aber dieses Jahr nicht mehr.
Baustellen und andere Sperrungen, aber keine Infos über Furten: https://umferdin.is/en
Details Island (Grobschotter)
Wie kann man sich darauf vorbereiten? Man sollte auf Kies, Schotter, Erde, und stellenweise Sand sicher fahren können. Man braucht je nach Strecke Ausdauer und auch Reichweite. Im schlimmsten Fall (für die Reichweite) überquert man 3/4 der Insel, hat dann ein Hindernis, und muss den ganzen Weg wieder zurück. Wer da nicht gerade eine Rieju Aventura 500 fährt, das ist eine Reiseenduro mit 40 Liter Tankvolumen, der kommt schnell ins Schwitzen, oder hat genug Kanister dabei. Kanister sind also sehr beliebt bei Motorradfahrern in Island. Wir hatten alle 1-2 Liter dabei, Luca hat einen Acerbis-Großtank auf seiner Tenere, und Sebastian hatte 3,8 Liter Benzin dabei und 1,5 Liter Öl. Den Ölkanister wollte er auch für Benzin nutzen, nachdem er das Öl verbraucht hat, aber seine KTM war nicht so öldurstig wie gewohnt.
Die Straße 35 ist die einfachere Hochlandüberquerung, die F26 die schwerere. Die F26 hat eine große Furt ziemlich in der Mitte der Insel, und die Verkehrs-Webseiten haben nicht vorab gemeldet, dass da viel Wasser drin ist.
Lesestoff über jede einzelne F-Road: https://epiciceland.net/list-f-roads-iceland/
Passknacker XXX
Wie lief’s mit meinen optionalen Passknacker-Punkten? Das sind die X hier im Bild, wobei grün gefahren bedeutet, und rot nicht gefahren:

Die sieben roten Punkte im Osten und Südosten fielen der verspäteten Fähre zum Opfer. Den Punkt Eyrarfjall im Nordwesten habe ich nicht versucht, weil es eine alte aufgegebene Straße ist und ich alleine unterwegs war. Den Punkt Middalsfjall im Südwesten habe ich versucht, der war mir zu anspruchsvoll wegen großer Steine auf losem Grund plus starker Steigung. Die beiden Punkte im Südwesten fielen zeitlich dem Gruppen-Sightseeing an Geysir und Wasserfall zum Opfer. Der Réttarhnúkur wäre einfach gewesen, der Pokáhryggur wahrscheinlich schwerer. Die mittleren beiden Punkte gingen von Norden an diesem Tag nicht wegen zuviel Wasser in der Furt. Für den Punkt Askja östlich davon hätte ich an diesem Tag nicht genug Sprit gehabt nach dem Abstecher zum vorherigen Punkt Vördurhryggur, und die Direktverbindung über eine ehemalige Straße Gæsavatnaleið syðri, die kilometerweit durch Schwemmland führt, die wollte ich nicht fahren – wenn es an diesem Tag überhaupt möglich gewesen wäre. Das geht eigentlich nur vormittags. Dafür muss man auf der Hütte Nyidalur übernachten oder mitten in der Nacht starten. Und danach wäre reichlich Sand gekommen, darauf hatte ich auch keine Lust.
Die Küsten- und Strandstraße 622 hat keinen Passknackerpunkt, war aber eines der Highlights der Reise. Da fährt man 500 Meter auf einem vom Meer glatt gelutschten Geröllfeld, bzw. gräbt man sich durch die glatten, losen Steine, in der Hoffnung, dabei mehr vorwärts als seitwärts zu kommen. Ballonreifen würden vermutlich helfen
Es gibt zwar keinen Landespreis für XXX-Punkte, aber ein Ranking: Ich habe dieses Jahr 12,7% von allen geschafft (in allen Ländern), und liege damit dieses Jahr vorne. Es gibt sicherlich einfachere Wege, das zu erreichen, als ausgerechnet in Island
Wichtiger war mir: 100% Island, 100% Färöer. Ziel erreicht!
Kosten/Unterkunft:
Wir waren 24 Tage unterwegs, davon 14 Nächte auf Island, 3 in Färöer, 2 in Norddeutschland und drei auf der Fähre. Wir hatten 14 bezahlte Unterkünfte und 2 kostenlose (Mirkos Familie). Die bezahlten Unterkünfte habe ich alle mindestens 8 Monate vorher bei booking.com gebucht. Ich habe in diesem Zusammenhang nachgezählte 151 Mails von Booking bekommen und wahrscheinlich genauso viele Push-Nachrichten und In-App-Textnachrichten. Die Übernachtung kostet zwischen 50 und 100 Euro pro Person im 2- bzw. 4-Bett-Zimmer, insgesamt ca. 1200 Euro pro Person für den ganzen Urlaub. Eine Unterkunft hat uns drei Wochen vor Anreise storniert, aber wir konnten mit Glück eine nahegelegene Unterkunft zu einem ähnlichen Preis finden. Die nächste hätte deutlich Euro-vierstellig je Nacht gekostet.
Kosten/Fähre:
Die Fähren kosteten 2100-2200 Euro für zwei Personen in der Doppelkabine inkl. 2 Motorrädern mit/ohne Außenfenster. Wichtig: Einer bucht die Fähre für den anderen mit inkl. Kabine und Fahrzeug, und der braucht dazu alle Daten. Der andere kriegt keinerlei Infos von der Fährgesellschaft, weder zur Buchung selbst noch zu kurzfristigen Änderungen. Es empfiehlt sich die erste und letzte Nacht in der Nähe der Fährhafen in Island bzw. Torshavn zu verbringen, da sich die Fahrzeiten wegen Wetter drastisch verändern können, und zwar in beide Richtungen! Das WLAN auf der Fähre ist kostenpflichtig und volumenbegrenzt für 3-6 Euro je GB, mit Zeitlimit. Vielleicht hätte man die 67 Euro für 7 Tage und 21 GB investieren können. Die Fähre hat zum Glück kein eigenes Roaming-Handynetz. Man hat ganz oben auf der Fähre oder am Fenster auf der richtigen Seite zwischendurch Handynetz aus Norwegen, Schottland und natürlich Färöer. Bitte auch hier Roaming-Regelungen beachten. Man läuft sich über den Weg, wenn man 2, 3 Lieblingsorte festlegt, z.B. die edle Laterna Magica auf Deck 10 und die Kantine.
Kosten/Sonstige:
Benzin kostet umgerechnet 2,12 Euro, Übernachtungen 50-100 Euro pro Nase im 2- bzw 4-Bett-Zimmer. Hier und da kostet Parken an Sehenswürdigkeiten 3 Euro je Motorrad. Essen ist teuer, Lebensmittel sind teurer, Alkohol ist am teuersten und reguliert. Wer täglich Alkohol braucht, hat ein Problem (mehr). Motorradfahren kostet auch Geld, ich bin insgesamt 6767 km gefahren. Bei 30 Cent je Kilometer also runde 2000 Euro an Benzin, Reifen, Wartung, Wertverlust usw. Da habe ich massiv von Sebastians Anhänger profitiert, sonst wären es 2000 km mehr gewesen.
Ausrüstung
Es wird in Island nicht über 20 Grad warm, dafür kann es ausdauernd regnen, und der Wind ist auch oft sehr stark. Wetterfeste Kleidung und Ausrüstung sind da gefragt. Ich bin Fan von Handyhaltern mit induktivem Laden, denen ist Feuchtigkeit egal. Wasserdichte Klamotten sind klar, man sollte die Regenkombi aber auch rechtzeitig anziehen. Ich hatte ein komplettes Set Heizkleidung dabei und ein hohes Windschild, denn ich mag’s lieber warm als kalt. Das war natürlich auch zusätzliches Gepäck, und beim Schottern stört jedes weitere Kilo. Reifen sollten grobes Profil haben, auch wenn man nicht ins Hochland will. Es gibt immer wieder Nebenstrecken ohne Asphalt. Wichtig ist aber auch Nassgrip und Kaltgrip auf Asphalt, da verbieten sich reine Enduroreifen. Mirko und Luca hatten Dunlop Trailmax Raid montiert, das ist ein 50/50-Grobstoller, Sebastian und ich mit dem 75/25-Continental TKC 70 (bzw ich mit dem ähnlichen Heidenau K60 Scout vorne). Erstaunlicherweise war das Restprofil etwa gleich. Somit war der Dunlop Trailmax Raid klar besser in jedem Kriterium.
In Island und Färöer gibt’s fast überall Handynetz. Im Hochland kann man damit aber nicht rechnen. Notrufe können moderne Handies inzwischen über Satellit absetzen, das ist ein sehr großer Schritt. Zur Kommunikation in der Gruppe braucht es da aber entweder immer in Sichtweite bleiben, oder Helm-Intercom, oder Funkgeräte, oder vielleicht auch Meshtastic-Knoten plus die zugehörige App.
Unsere Gruppe
Sebastian war mit der Supermoto KTM 690 SMC-R am schlechtesten ausgerüstet. Heizgriffe hatte er noch nie, braucht er auch nicht. Kleinstes Vorderrad, geringste Reichweite, dafür aber auch größter Hubraum und deutlich geringstes Gewicht. Sein Motorrad bewirft sich selbst und ihn mit Dreck, dass man fast Mitleid bekommt. Will er mit beiden Füßen auf den Boden kommen, schafft er das nur auf Zehenspitzen. Und doch ist er der einzige, der sein Motorrad auf dieser Reise nicht umfallen lassen hat. Und er ist auch der einzige, der eine Systemkamera dabei hatte. Ich freue mich auf die Foto-Ausbeute.

Luca auf der Tenere 700 mit 23 Liter-Acerbis-Tank war vielleicht am besten ausgerüstet. Er hat einige Erfahrung in Schotter und Sand und kam auf den Strecken recht gut zurecht. Sein Motorrad hat sich einer Verkleidungsschraube entledigt, die Heizgriffe waren im Zufallsmodus und wurden daher deaktiviert, und vor allem gingen drei Tage vor Ende der rechte Simmerring so kaputt, dass rumstochern nicht geholfen hat. Bis zu Hause wurde er also noch einseitig eingeölt. 12V-USB-Stecker betrachtet er als Verschleißteile, kam damit aber zurecht. Ansonsten hat er am sparsamsten Gepäck mitgenommen, war aber gelegentlich Opfer der eigenen Ausrüstung, weil hier und da dies oder das nicht richtig eingezippt oder gekoppelt war.

Mirko auf der Tuareg 660 hat ebenfalls einige Erfahrung in Schotter und Sand, und sein Motorrad nur 1x hingelegt. Neben seiner fahrerischen Ausdauer filmt er während der Fahrt und hat auf dieser Tour am häufigsten den Kochlöffel geschwungen. Er hat die Norddeutschland-Übernachtungen organisiert, und er kam mir zur Hilfe bei meiner Panne kurz vor Reykjavik. Danke, auch dafür!

Ich habe ebenfalls eine Tuareg 660, nachdem Mirko seine Tuareg zwei Jahre lang nicht kaputt bekommen hat, im Gegensatz zur KTM davor. Mein Exemplar ist aber eher auf Komfort umgebaut, und das hat mir auch geholfen. Heizung hier und da und überall, induktives Handyladen, hohes Windschild und zeitweise auch die zusätzlichen Cruiser-Fußrasten, das alles hat mir geholfen. Ich hatte die längsten Tagesetappen und habe am wenigsten Zeit mit Sightseeing verbracht. Ein Wasserfall ist Wasser, das über eine Kante fließt – okay, und jetzt? Topcase war gut, das weitere Motorrad-Zeug in einen Seitenkoffer zu packen war nicht die beste Idee. Beim Watscheln stößt man an, beim Stürzen kann man sich dran verletzen, und bei jedem Einfedern will das Motorrad nach links, was man irgendwie doch den ganzen Tag ausgleichen muss. Trotzdem habe ich keine Schulter- oder Handbeschwerden entwickelt, vermutlich weil der Tempomat das wieder ausgleicht – außer am letzten Hochlandtag.

Danke fürs Mitkommen und Kommentieren. Irgendwann viel später kommt noch ein Foto-Best Of.
- fransjup

- Beiträge: 2001
- Registriert: 2. Mai 2012 20:49
- Geschlecht: männlich
- Land: Deutschland
- Motorrad: F900XR
- Baujahr: 2022
- Farbe des Motorrads: Rot
- zurückgelegte Kilometer: 22000
- Wohnort: Grevenbroich ( NRW )
Re: Pässe knacken in Island und Färöer 2025
Danke für den tollen Bericht
Gut das ihr alle wieder heil zu Hause angekommen seid
Gut das ihr alle wieder heil zu Hause angekommen seid
Gruß aus NRW-fransjup

