Nach der 3 Wochen Frankreich/Spanien-Tour war etwas Zuwendung nötig.
Vorderrad getauscht, jetzt hat der hintere Dunlop Roadsmart 4 seinen Onkel Roadsmart 3 vorne zur Gesellschaft, sogar in neu. Ein gebrauchter Satz Dunlop Roadsmart 3 liegt bereit. Der Pirelli Scorpion Rally STR hat sich gut geschlagen, nur ganz am Rand war am Ende ungleichmäßig abgefahren.
Die Bremsbeläge sind noch überraschend gut.
Vom Sturz des Vorbesitzers ist das Schaltgestänge etwas verbogen. Das ist mir erst aufgefallen, nachdem ich den Schalthebel höher gestellt habe. Dabei machte das Schaltgestänge dann einen Bogen nach außen, und damit war das Schalten etwas schwerer. Mein Öl- und Reifenwechselschrauber hat mir sogar ein Additiv aufgeschwatzt. Also habe ich das Gestänge 90° gedreht. Außerdem hängt die Fußraste etwas runter, weil der Träger verbogen ist. Wie auch bei meiner ersten MT-09. Also auch hier beide Schrauben gelöst und unten Distanzen dazwischen gesetzt. Die obere Schraube ist gleichzeitig die Schwingenachse, und damit das nicht zu langweilig wird, habe ich die untere Schraube beim festziehen überdreht. Also wieder raus, reinigen, und mit Schraubensicherung rein. Da ist dann wohl Helicoil angesagt vor der nächsten Reise. Kleiner Trost: Das Gewinde ist nicht im Rahmen, sondern auf einer Halteplatte. Um die zu tauschen, muss aber die Schwingenachse raus, weil sie ihren Schraubenkopf hier links hat, und dafür muss eigentlich das Federbein raus, und dafür eigentlich Hinterrad und Auspuff. Ich vertraue derweil der Schwingenachse, meine Fußraste festzuhalten. An dieser Halteplatte könnte man auch etwas Material abfeilen, damit der Seitenständer weiter nach oben kommt, aber auf meiner SP hatte ich noch keinen ungewollten Bodenkontakt damit.
Gegen die gelegentlich aufleuchtende Ölstandslampe gab's einen Schluck Öl und besagtes Additiv nach Dosierungsempfehlung. Damit ist der Ölstand jetzt nicht mehr auf Minimum, sondern 2/3 Richtung Max. Netter Nebeneffekt, sie klingt im Leerlauf ausgekuppelt jetzt nicht mehr wie ein Golf 2 Diesel - erstaunlich. Auch für den Kettenöler gab's Öl, der mich tatsächlich drei Wochen versorgt hat, ohne leer zu laufen.
Dann habe ich noch die Kette gespannt. Das war nicht so einfach, weil hier in der Achse professionelle Racing Sturzprotektoren mit echten Racing-Abmessungen sind, die echte Racing-Schrauben und Racing-Muttern auf ihrem Racing-Gewinde haben. Und die sind Racing-mäßig ordentlich tief versenkt in den Racing-Schleifern. Man braucht also eine lange (Racing-)Nuss, bzw. eigentlich sogar zwei. Und zwar keine 10 oder 12, nein, nein, sondern eine echte Racing-11! Bzw 7/16" vermutlich. Echtes Racing eben. Ich habe aber keine zwei langen 11er Nüsse, daher war's ganz schönes Gewürge das runter zu bekommen, und noch größer war das Gewürge, das ganze wieder montiert zu bekommen. Was mich an diesen Racing-Racing-Schleifern schon länger etwas ärgert gegenüber meinem Eigenbau (
viewtopic.php?p=230210 ) : Der rechte davon steht weniger weit über als der Bobbin ein paar Zentimeter weiter vorne. Er ist also nutzlos, und der Bobbin kann beim Sturz die Schwinge beschädigen. Meinen Nicht-Racing-Eigenbau hatte ich noch liegen, und so habe ich nach der Mittagspause eben noch die Eisensäge geholt, um meine Eigenbau-Achse mit den Racing-Schleifern zu verheiraten, mit ordentlichen 10 mm an beiden Enden. Rechts zwei gekonterte Muttern, links eine selbstsichernde Mutter - besser als rechts und links selbstsichernde Mutter und sich dann überraschen lassen, welche Seite sich lösen lässt, oder wohin das Gewinde beim Festdrehen wandern. Die Racing-Schleifer haben zwar noch immer sehr tiefe Vertiefungen für die Muttern, aber dank meiner langen metrischen Achse konnte ich da noch Distanzen reinsetzen, damit die Muttern auch zugänglich bleiben, und dann die Gewindestange passend absägen. Das Gewinde schneidet sich beim lösen der Mutter dann selbst nach. Achja, und dazwischen habe ich noch die Kette gespannt. Das war weniger nötig als es sich anfühlte. Ob ich nach 73000 km mal die Gummis im Rückdämpfer tauschen sollte? Wie kann man die prüfen?
Die vor dem Urlaub extra montierte neue USB-Dose habe ich geprüft. Sie ist korrekt verkabelt, funktioniert aber trotzdem nicht. Buh! Ob ich mal eine Reklamation nach China probiere?
Für die Optik gab's noch Abdeckungen der rostigen Inbus-Schraubenköpfe vom Sturzbügel vorne am Motor. Und drunter natürlich etwas Rostvorsorge. Hätte ich die Originalschrauben, hätte ich den Sturzbügel längst abgebaut, der trägt optisch zu dick auf und nützt beim Stürzen wenig.
Ich glaube ich muss mal eine Yamaha-Teilliste machen und dann gucken, wo ich die am besten bestellen kann. Es gibt auch hier und da noch Sturzspuren vom Vorbesitzer, die dabei auch verschwinden könnten.