da meine Kette inzwischen Geräusche macht wie eine Dampfeisenbahn, wollte ich mal das Kettenkit wechseln.
Leider ist der Ritzelmutter nicht beizukommen (ja - das Sicherungsblech wurde abgeklopft und Schraube kann frei drehen)
2. Mann steht auf der Bremse und selbst mit 1,5m Rohrverlängerung geht gar nichts - außer das es knarrt wie ne 100 Jahre ungeölte Tür...und da hab ich schon 70° gedreht..
Habe eher das Gefühl ich ziehe irgendwann nur eher die Kettenglieder auseinander, statt das sich die Schraube löst....hab schon einige Ketten gewechselt aber that`s a first..
Einen Luftdruck bzw. LKW-Schlagschrauber habe ich nicht zur Hand und mein Akku-Schlagschrauber mit aufgedruckten 400nm Raucht ab bevor die Mutter überhaupt anfängt zu gähnen....
Gibt es hier eine praktikable Methode das Ritzel/Rad zu blockieren, dass man das Spiel eliminiert?
Ich würde da erst einmal die Mutter in Rostlöser einweichen, also wirklich viel drauf, das mehrfach wiederholen. So alle paar Stunden, das Zeug soll ja auch Zeit haben zu wirken. Gerne auch über Nacht eingeweicht stehen lassen und dann am nächsten Tag probieren.
Was auch immer hilft ist Hitze. Mit ner Heißluftpistole, oder sowas, die Mutter mal richtig aufheizen und dann wieder abkühlen lassen. Auch das gerne ein paar mal.
Das Problem hatte ich bei meiner Versys auch, mir hatte es sogar die Stecknuss gesprengt.
Mein 2.Versuch klappt dann mittels Heißluftpistole mit der ich die Ritzelmutter erhitzt habe.
Mit Verlängerung ca 1,25m ging die Ritzelmutter dann auf.
Ich vermute dass werkseitig die Ritzelmutter zusätzlich geklebt war.
Ich habe auch schon 2 Meter Verlängerung gebraucht plus Körpergewicht plus Klimmzug, dabei das Hinterrad blockiert mit Eisenstange in Tuch gewickelt auf der Schwinge, und Motorrad am Boden fixiert...
Dass sich das 70° drehen lässt überrascht mich. Normal macht es knack und geht dann "normal schwer".
Ok, warm machen probiere ich morgen mit nem Heißluftföhn, wenn das kein Thermoklebstoff ist sollten ja so 200°C Reichen...hoffe hab dafür genug Gefühl, dass ich den Simmerring nicht frittiere..
Habe leider nix außer Körpergewicht des Bremsenden um das Mopped am Boden zu fixieren.
Die 70° ist wohl aufs Spiel zurückzuführen (Kette ist auch nicht auf Anschlag gespannt/Feder)- hatte mir dazu erstmal noch ne Langnuss geholt weil die Verlängerung sich verwunden hat...
Aber werde wohl noch wie beschrieben eine umwickelte Eisenstange in die Felge werfen wenn das geht. Hatte da zu viel Schiss dass ich die Schwinge verbiege oder die Felge bricht bei so viel Gewalt.
Auf das Motorrad kam schonmal ne neue Kette, aber man sieht Knickspuren an anderer Stelle am Sicherungsring. Gehe davon aus, dass da jemand schonmal dran war und aufgegeben hat.
Dann wurde auf das alte Ritzel die neue Kette gelegt.
Somit sicher noch die Werksmutter...was hat Kawa sich dabei gedacht? Da kannst über ne Panzerminie fahren, Mopped weg aber das Ritzel sitzt...
Kurz bei 'ner freundlichen Autowerkstatt anhalten und für 'nen Zehner in die Kaffeekasse mit 'nem gescheiten Schlagschrauber die Mutter öffnen lassen. So geht's am einfachsten und sichersten.
Michael_1969 hat geschrieben: ↑29. Aug 2025 22:12
Kurz bei 'ner freundlichen Autowerkstatt anhalten und für 'nen Zehner in die Kaffeekasse mit 'nem gescheiten Schlagschrauber die Mutter öffnen lassen. So geht's am einfachsten und sichersten.
Bei meiner 19er 1000 SE hat beim ersten Kettenwechsel auch alles versagt. Erst mit einem LKW Schlagschrauber hat es auf Anhieb geklappt. Dann wieder normal angezogen und zuhause konnte ich sie mit meinem Druckluftschlagschrauber problemlos lösen.
Ich erinnere mich noch gut an meine erste 650er V, bei der hat mein Freundlicher 2, in Worten: zwei Nüsse gehimmelt und sie letztendlich "aufgedremelt" und dann gesprengt.
Sicherungsflüssigkeit war nie drauf, einfach im Werk zu fest angeknallt.
Die effektivste und schonendste Methode wird sein:
Ritzel direkt blockieren (nicht über Bremse oder Kette)
Mutter lokal erhitzen
Mit langem Hebel oder Schlagschrauber arbeiten
jonas25 hat geschrieben: ↑30. Aug 2025 08:05
Die effektivste und schonendste Methode wird sein:
Ritzel direkt blockieren (nicht über Bremse oder Kette)
Mutter lokal erhitzen
Mit langem Hebel oder Schlagschrauber arbeiten
Wie willst du das Ritzel denn blockieren?
Langer Hebel hat ja nicht geklappt
Hi,
Ritzel übers Hinterrad zu blockieren und am mehr als meterlangen Hebel mit 100 kg zu hängen ist für die Ritzelwellenlager mehr als ungesund - da kommen hier schnell mehr als 2 Tonnen radial Belastung zustande!
Mit Brenner lokal die Mutter schnell Warmmachen (etwa 150 - 180°C) und mit Schlagschrauber sofort ran!
Sonst Mutter anbohren und sprengen.
(Und Profis haben zum Kettenrad-blockieren eine Stange mit daran befestigten Stück von passender Kette.)
LG
Also Update...es hat nur der Gang zur Autowerkstatt geholfen..
Mit dem dicken Schlagschrauber der 1000nm+ drückt ging Sie dann auf... allerdings auch nicht nach nem Wimpernschlag sondern der musste schon einige Sekunden rödeln.
War so weißes Klebezeug im Gewinde, denke das war die Werksverklebung die das Ganze dann blockiert hat.
Jetzt alles wieder Ordnungsgemäß zusammengebaut und mit 125nm angezogen und sich einen Moment am Anblick der sauberen Kette erfreut.
Da kann ma wohl nur mutmaßen. In fremde Firmen kann man immer schwer rein schauen, und selbst intern ist das immer gar nicht so transparent wie man meinen würde.
Aus Sicht eines Entwicklungsingenieurs in der Fahrzeugbranche vermute ich folgende Szenarien:
Es gibt aus Effizienzgründen eine interne Konstruktionsrichtlinie für die technischen Zeichner, die plump befolgt wird, ohne groß zu hinterfragen. Es gäbe wohl auch keinen Grund dafür, wobei den sündhaft teuren wie kreativen Entwicklungsingenieuren eigentlich immer was einfällt was man optimieren und damit die Herstellkosten in die Höhe schrauben könnte (natürlich sind auch mal Einsparpotentiale dabei…). Aber sowohl die Freigabeprozesse, als auch das etablierte Ökosystem aus Einkauf, Zuliefererstruktur, Logistik und Montageabläufe mit entsprechenden Werkzeugen ergibt ein Korsett, das man nur mit validen Argumenten verlassen kann und möchte. Schließlich bedeutet jede Änderung immer ein Risiko, dass man dieses eingeschwungene System zum Wanken bringt, und sei es nur für eine gewisse Zeit. Dafür muss man dann schon mit dem ganzen kalkulierten Risiko plus Unschärfe einen gewissen Mehrwert (kurz- bis langfristige Gewinnsteigerung) erzeugen können. Steht die Firma jetzt nicht aktuell oder perspektivisch mit dem Rücken zur Wand, will sich das natürlich keiner freiwillig antun. In a nutshell: Never change a running system!
Es sei denn natürlich, die Art der Wellen-Naben-Verbindung erhält eine hohe Gewichtung in irgendeinem 1000000 Punkte Test eines renommierten Motorrad-Schmierblatts oder die Moppetfahrer geben nicht mehr mit ihren 300 PS und oder hochglanzpoliertem Chrom am wattestäbchengeputzten Motorrad am Stammtisch an, sondern überbieten sich mit der Qualität ihrer Ritzelbefestigung, was dann einen enormen Run auf die Motorräder mit Scheibchen-Schräubchen auslöst - egal wie hässlich sie sind, wie grottig sie fahren, von wie viel Royal Enfield Bullets man auf der Hausstrecke hergebrannt wird, wie sehr man an der Eisdiele mit dem Scheißbock ausgelacht wird und was das Teil auch immer kosten mag.
Andere, kürzer beschriebene Möglichkeit: Da ist ein Patent drauf und manche Hersteller sind nicht bereit die Lizenz dafür zu erwerben. Läuft aber wieder auf das obere hinaus.
Zusammengefasst: So egal wie den Fahrzeugherstellern der einzelne individuelle User mit seiner Ritzelmutter aus der Hölle ist, so egal ist dem gemeinen Motorradbetreiber die Art der Ritzelbefestigungstechnik.
Rock 'n' roll, ladies!
Simon
Crawallero 700, Knattersaki Versys ("No-Brainer"), Stimmgabel und ne Speedy