Erster Versuch: Eine Außenbeleuchtung mit Solarpanel, integriertem LED-Scheinwerfer und Bewegungsmelder.

5 Meter Kabel sind nett! Ich finde eine Lücke in der Mauer, durch die das Kabel passt (ohne Stecker), montiere das Solarpanel auf eine kleines Holzstück und stelle es aufs Garagendach. Das Holzstück hindert das Solarpanel am Umfallen, und das Kabel am Verlorengehen durch Wind. Allerdings kommt nicht genug Licht aufs Solarpanel, und so bleibt es bald dunkel in der Garage. 10 Euro Lehrgeld, bzw. finde ich später sicher noch eine Verwendung dafür.
Zweiter Versuch: eine geladene Autobatterie als Stromquelle für 12 V Deckenlampen aus dem Caravan- und Möbelbau. Die Autobatterie sollte ausreichend Strom drin haben, dass ich sie nicht ständig nachladen muss. Nachladen könnte ich bei Bedarf in der Wohnung oder auf dem Balkon. Wenn es nervt, ist ein Upgrade möglich auf Bus-, LKW- oder Flugzeug-Batterie. Beschaffung: In der Nähe meiner Wohnung gibt's eine Tankstelle mit Miniwerkstatt, da frage ich höflich nach einer alten Autobatterie. Autobatterien dienen vor allem zum Start des Motors, und dafür müssen sie einen hohen Strom in kurzer Zeit leisten können. Wenn sie das nicht mehr können, werden sie ausgemustert, sind aber für meine Anwendung noch völlig ausreichend. Die Werkstattmeister hat einen Stapel davon, erklärt mir, dass er 8,50 Euro Pfand für die ordnungsgemäße Entsorgung bekommt, und so bekomme ich für 10 Euro seine Lieblingsbatterie, die er eigentlich immer als Starthilfe für schwache PKW nimmt. Einen eher anstrengenden Fußweg (15 kg Batterie) später habe ich also meine Stromquelle.
Die Deckenleuchten kommen vom Onlineversand großkapitalistischer Natur und hören auf den griffigen Namen "URAQT 12 V LED-Innenlichtleiste, 80 LEDs, 1600 lm, 8 W Gleichstrom, 12 Volt, LED-Lichtstreifen mit An-/Aus-Schalter mit 2 Verlängerungskabeln für Wohnmobil, LKW, Van, Wohnmobil, Anhänger", und für 18 Euro bekommt man vier Stück davon.

Die längliche Bauform und freie Platzierung der Montageclips entlang der Leuchten vereinfachen die Montage, weil ich mich an bestehenden Löchern und Ritzen orientieren kann. Die vier Lampen platziere ich an der Decke der Garage: Zwei in gegenüberliegenden Ecken, und zwei versetzt eher in der Mitte. Die vorderste Leuchte wird also vom Garagentor verdeckt, und da kommt dann der An-/Aus-Schalter jeder einzelnen Leuchte ins Spiel: Die lasse ich einfach ausgeschaltet, wenn ich nicht gerade mit (nahezu) geschlossenem Garagentor arbeiten möchte. So sind beim normalen Schraubenabend drei Lampen in Betrieb, oder wenn ich eben ein Fahrzeug rein oder raus hole.
Kurze Stromrechnung: 8 Watt an 12 Volt sind 0,667 Ampere, und wenn die verwendete Autobatterie 60 Amperestunden Strom speichert, dann reicht sie also für 90 Stunden Licht. Da sich die 8 Watt auf eine Leuchte beziehen, habe ich mit drei Leuchten also für 30 Stunden Licht. Das klingt in Ordnung.
Zur Verkabelung braucht man immer mehr Kabel als man denkt. 6 Meter an der langen Seite, 2,50 Meter Höhe, 2,50 Meter Breite. Theorie: Ich brauche 1x Länge + 2x Breite + 1x Höhe, also 13,5 Meter. Verpackungseinheiten sind 10, 15, 20, 30 Meter. Ich kaufe ich lieber etwas mehr, und so lande ich bei "30 Meter Elektrodraht Schwarz Rot 22AWG 2 Adrig Elektrischer Draht Kabel Zwillingslitze Verzinnter Kupferdraht Flexibler PVC Kabel fü Led Streifen Verlängerungskabel und Elektronik" - 12 Euro. "Elektrokabel ist 2pin-22AWG, spannungsbereich ist 5–24 V, drahtdurchmesser: 0,3 mm²". Ich sag's gleich hier, 0,3 mm² Drahtdurchmesser sind eher knapp, es wird zwar mit 5 Ampere Belastbarkeit im Kabelkanal angegeben, und ich werde nur 2,7 Ampere nutzen, aber es ist aber schon eher schwer zu verarbeiten, weil es so dünn ist. Dafür mit 10 Euro für 30 Meter günstig, und die Reste werden ja nicht schlecht - für die Montage z.B. von Heizgriffe sind sie aber eher zu dünn.
Ich habe erst die Lampen an die Decke montiert, und danach alles verkabelt. Dabei musste ich viel überm Kopf arbeiten, und ich bin zwar 1,90 groß und komme da auch hin, aber doch sehr gestreckt, und ich war zu faul oder stolz, die Leiter zu holen. Man kann sich das Leben einfacher machen, wenn man erst die Kabel an die Leuchten montiert und sie dann an die Decke montiert. Ich habe die Batterie direkt links am Garagentor platziert, das Kabel nach oben geführt, und dann an der Wand entlang nach hinten geführt. Einen Verteiler habe ich auf halber Länge montiert, wo ich dann zu den vier Leuchten abzweige. Schaltplan:

Verteiler und Kabelkanal gibt's im Baumarkt für überraschend wenig Geld. Zum Verbinden der Kabel habe ich die guten Wago-Klemmen verwendet, weil ich über Kopfhöhe weder löten noch schmelzen wollte. Da ich den dünnsten Kabelkanaltyp verwendet habe, musste ich Wago-Durchgangsverbinder versetzt montieren, weil zwei davon nicht nebeneinander in den Kabelkanal passen. Ein Stück Kabelkanal L x B x H: 2 m x 15 mm x 15 mm kostet bei Bauhaus 1,19 Euro, da gibt's keine Entschuldigung für baumelnde Kabel und keinen Grund, Kabelschellen in die bröselige Wand zu nageln. Und auch davon braucht man mehr als man denkt, aber die werden ja nicht schlecht.
Apropos Wand: Meine Garage besteht aus großen Steinen von offenporigem Beton, ein paar soliden Querträgern und von oben eingesetzt Steinen. Es gibt also zahlreiche Löcher und Ritzen, wo man sehr leichte Objekte (wie LED-Leuchten und Kabelkanäle) einfach mit zwei Holzschrauben befestigen kann. Vorne am Garagentor waren bereits Löcher mit Dübeln vorhanden, die ich einfach weiternutzen konnte. Ein Sortiment Holzschrauben zu besitzen hilft. LED-Leuchten und Kabelkanäle kommen teilweise mit Klebestreifen, das hat in dieser Garage aber keine 2 Minuten gehalten.
Zur Verbindung des Kabels an der Batterie braucht man Polklemmen. Ich finde ein Exemplar zum Klemmen, das man also ohne Werkzeug anbringen und entfernen kann.

Meine ursprüngliche Idee war, diese wie einen Schalter zu benutzen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass ein Schalter in bequemer Höhe die deutlich bessere Lösung ist. Also habe ich mir im Baumarkt einen Schalter gesucht, und bin dann etwas kreativ geworden, weil ich nicht in die Wand bohren wollte. So wurde es ein Schnurzwischenschalter, den ich auf dem Kabelkanal festgeschraubt habe.

Natürlich braucht jede elektrische Anlage eine Sicherung. Ich habe von diversen Heizgriffsets noch Sicherungshalter übrig und bestücke ihn mit 5 Ampere.
Da die Batterie am Boden etwas einsam aussieht, spendiere ihr noch einen Sockel. Dazu eignet sich der Normziegelstein aus dem Aprilia Factory-Werkszubehör (ohne ABE!), den ich sonst zum Ausbau des Vorderrads verwende, indem ich ihn an der dafür vorgesehenen Stelle am Unterfahrschutz einklemme.

So, fertig? Fertig! Es leuchtet! Es ist richtig hell von oben, das Licht ist schön diffus und durch die weißen Wände sieht man durchaus auch seitlich am Motorrad, was man da gerade schraubt, ohne sich selbst ständig Schatten zu werfen. Natürlich gibt es immer Winkel und Nischen am Motorrad, in die kein Licht fällt. Mein häufigster Anwendungsfall für die Beleuchtung ist im Moment "Fahrrad rein" und "Fahrrad raus", was je unter eine Minute dauert. Da hält die Batterie lang, aber da lohnt der Griff zum Schalter kaum, außer wenn man dann doch mal auf irgendwas drauf getreten ist.

Nächste Eskalationsstufe ist also eine Automatik: Tor auf -> Licht an. Dafür bieten sich Näherungssensoren an. Das sind Schalter ohne Mechanik, die Metall vor dem Sensor erkennen. Das Garagentor ist aus Metall, und am Ende der oberen Schiene gibt es (zufällig?) eine passende Halterung. Die Schalter vertragen allerdings nicht viel Strom, also ist ein Relais nötig. Und ein zweiter Schalter, um die Automatik abzuschalten - oder ich klemme dann die Batterie dann ab.

Aber das ist was für die Zukunft...


