Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

Einstellungen und Wartung für das Originalfahrwerk der Kawasaki Versys 1000/1100
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Tornanti
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Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#1 Beitrag von Tornanti »

Bei meiner alten Yamaha mit klassischer Telegabel hatte ich aller 4 Jahre das Öl selbst gewechselt. Die Wartung der Versys-Telegabel ist im Werkstatthandbuch nicht beschrieben. Weder ein Service-Turnus, noch wie man die Gabel auseinanderbaut. Deshalb traue ich mich da nicht ran. Die Werkstatt sagt, das Öl ist als Dauerfüllung gedacht und nur bei Undichtigkeiten wird das Öl mit gewechselt. Nach 8 Jahren ist die Gabel immer noch dicht.
Aber das Öl altert und verliert schleichend seine Dämpfungswirkung. Man könnte das mit einem Verstellen der Zugstufe sicher etwas kompensieren. Habt ihr da Erfahrungen? Beispiel: Aller 3 Jahre 1 Klick mehr die Zugstufe zudrehen.
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Michael_1969
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#2 Beitrag von Michael_1969 »

So hatte es mir mein Yamaha-Schrauber auch erklärt, als ich beim großen Service das Gabelöl von ihm vorsorglich wechseln lassen wollte. Er meinte, ich solle besser damit warten, bis die erste Undichtigkeit auftritt. Das sei ausreichend.

Im Grunde ist's doch beim Stoßdämpfer hinten dasselbe, hier wartet man ja auch, bis er austauschreif ist.
Michael
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gunter
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#3 Beitrag von gunter »

Tornanti hat geschrieben: 3. Mai 2026 07:53..................Die Werkstatt sagt, das Öl ist als Dauerfüllung gedacht.................
Das sagen bzw. denken viele.
Tornanti hat geschrieben: 3. Mai 2026 07:53...............Aber das Öl altert und verliert schleichend seine Dämpfungswirkung............
Das ist die Realität :top:


Ich habe das Gabelöl bei der Versys während knapp 160 TSD 4 x wechseln lassen, also etwa alle 40 TSD.

Passenderweise mit dem "Ventil-Service" zusammen.

3 Mal aus Überzeugung und ein Mal hat es genau gepasst, weil sie "termingerecht" undicht wurde.

Ich behaupte, dass ich den Unterschied vorher / nachher jedes Mal sofort "spüre".

Der Kontakt vom Vorderrad zur Straße ist in den Händen wieder viel präsenter und feinfühliger wahrnehmbar.

Einfach wieder ein besseres Feedback vom Straßenbelag und dadurch, zumindest für mich, ein Plus an Sicherheit.

Das mache ich seit vielen Jahren so bei allen Mopeds und behalte es auch bei.

Ich bezweifle, dass das mit alter Gabelpörre durch Verstellen der Zugstufe auch nur annähernd erreicht wird.

Und mit einer guten Stunde Arbeitszeit und dem bisschen Öl eine lohnende Investition :top:
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Michael_1969
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#4 Beitrag von Michael_1969 »

Konsequenterweise müsste man dann doch auch den/die hinteren Dämpfer zeitgleich überholen lassen, da hier das Öl schließlich gleichermaßen altert. Es gibt Betriebe, die das anbieten.
Warum also nur vorne, aber nicht hinten?
Michael
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Tornanti
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#5 Beitrag von Tornanti »

Michael_1969 hat geschrieben: 3. Mai 2026 12:03 Konsequenterweise müsste man dann doch auch den/die hinteren Dämpfer zeitgleich überholen lassen, da hier das Öl schließlich gleichermaßen altert. Es gibt Betriebe, die das anbieten.
Warum also nur vorne, aber nicht hinten?
Das Thema hatten wir schon:
viewtopic.php?t=20234.

Wird beim Ölwechsel der Telegabel der Gabelholm komplett zerlegt oder im ausgebauten Zustand nur oben geöffnet?
Wenn er komplett zerlegt wird, dann wäre es ja sinnvoll, die Dichtringe prophylaktisch gleich mit zu tauschen
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Michael_1969
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#6 Beitrag von Michael_1969 »

Tornanti hat geschrieben: 3. Mai 2026 12:16 Das Thema hatten wir schon:
viewtopic.php?t=20234.
Oh, da war ich sogar involviert :pfeif:
Hinten weiß man's also nicht so genau, mal so, mal so bzw. kann man da nur komplette Dämpfer ersetzen.

Also nach 12 Jahren und >70.000 km kann ich an meiner XT noch immer nicht behaupten, dass sich da merklich etwas verschlechtert hat. Gewöhnungseffekt? Könnte sein... absolut dicht ist deren Gabel allerdings noch, dank USD kriegt sie auch keine Fliegen ab. Deshalb höre ich auf meinen Schrauber und fahre einfach so weiter - ohne vorsorglichen Gabelservice.

Sollte jedoch das Lenkkopflager mal neu müssen, wird die Gabel definitiv mit überholt werden - ohne diesbezügliche Diskussionen. Das LKL hatte mein Schrauber jedoch beim Ventilcheck zusammen mit den Schwingenlagern frisch geschmiert gehabt, mit dieser Art von Vorsorge war er dann doch einverstanden gewesen 😉
Michael
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gunter
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#7 Beitrag von gunter »

Michael_1969 hat geschrieben: 3. Mai 2026 12:03 ...................Warum also nur vorne, aber nicht hinten?
Gute Frage :top:

Reine Vermutung:

Zum einen dämpft altes Öl in der Gabel zwar auch noch irgendwie, genau so wie im Stoßdämpfer hinten.

Und mit Sicherheit dämpft frisches Öl im Federbein auch wieder besser als nach 50 TKM.

Aber das Feedback vom Vorderrad ist über Lenker und Hände wesentlich besser als über Rahmen, Sitzbank und "Hinterteil".

Hände sind halt feinfühliger.

Zum anderen ist ein Gabelölwechsel zwar mit den immer mehr in Mode kommenden elektronischen Fahrwerkssysteme aufwändiger geworden,
für einen versierten Laien oder einen gelernten Mechaniker mit dem notwendigen Werkzeug aber kein Problem.

Im Gegensatz zu den meist verbauten Federbeinen hinten.

Da geht in der Regel keine Zweiradwerkstatt dran, da zu aufwändig, bzw. verweisen die zur Federbeinrevision an den Hersteller,
da ihr das spezifische Wissen des Herstellers über den jeweiligen Dämpfer fehlt.
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#8 Beitrag von Tornanti »

Gibt es irgendwo eine Beschreibung oder ein Video, wie man den Gabelservice an einer 2018er KV macht?
Beim Gabelservice schlagen 2 Herzen in meiner Brust. Zum einen sage ich mir: "Never change a running system." Zum anderen sind mir die Auswirkungen von alterndem Öl bewußt.
Meinem alten Yamaha-Schrauber würde ich da blind vertrauen. Meine 2 Kawa-Werkstätten bekommen ja nicht mal einen passenden Kettendurchhang hin.
Leider macht mein Yamaha-Schrauber nur bestimmte Arbeiten an Fremdmarken. Spricht für ihn. Man braucht ja u.U. Spezialwerkzeug.
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#9 Beitrag von snap-on »

Die Viskosität von Gabelölen wird bei unrealistisch hohen Temperaturen gemessen.

Was in der Praxis bedeutet, dass eine SAE10W der Marke bei praxisgerechten Temperaturen ein völlig andere Viskosität hat als ein SAE10W einer anderen Marke.

Deshalb bleibt es dem Zufall überlassen, ob es nach dem Wechsel tatsächlich besser dämpft als vorher.

Wer es wirklich ordentlich haben will, gibt Gabel und Federbein deshalb zu einem Fachbetrieb, der nichts anderes macht als Fahrwerke.

Da werden dann die Rohre poliert und andere Feinarbeiten mehr.

Dort werden auch Federbeine, für die es vom Fahrzeughersteller keine Einzelteile gibt, fachgerecht überholt.

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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#10 Beitrag von Tornanti »

Als ich meine alte Yamaha auf progressive Wilbers-Federn umgerüstet hatte, da habe ich dann immer das empfohlene Wilbers-Gabelöl genommen.
Und bei frischem Öl kann man über die Zugstufendämpfung zusätzlich Feintuning machen.
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Re: Nachlassende Dänpfungswirkung des Gabelöls

#11 Beitrag von Michael_1969 »

Verbesserte Federn sind ja nicht bloß vorne ein Thema. Oft passt die werkseite Federrate ja auch hinten nicht zum persönlichen Fahrprofil, sodass ich ganz bei @snap-on bin: besser gleich zum Fahrwerks-Profi. Wenn schon, dann richtig und komplett.
Michael
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